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Karies und Parodontitis

So gewinnen Sie den Kampf!

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Jemandem die Zähne zu zeigen, ist sprichwörtlich ein Akt der Aggression. Man muss schon richtig wütend sein, wenn man zum letzten aller statthaften Mittel greift, um sein Gegenüber in die Schranken zu weisen. Doch wenn der Mund erst geöffnet ist und der Feind Reißaus nimmt, dann gelangt Licht ins Dunkel einer Tabuzone, die wir sorgfältig hüten.

Wenn wir keine Nahrung zu uns nehmen würden, befände sich unsere Mundflora (Bakterien und Hefen, die in unserem Mundraum angesiedelt sind) – außer im Krankheitsfall – in einem steten Gleichgewicht. Doch wir müssen nun einmal essen. Und all das, was wir essen, wird im Mund nicht nur durch die Zähne derart zerkleinert, dass unser Magen es problemlos verdauen kann; die Nahrung wird hier auch bereits ‚vorverdaut‘. Die Kohlenhydrate werden in Zucker gewandelt, damit unser Körper sie verwerten kann. Sie können diesen Prozess ‚erschmecken‘, wenn Sie ein Stück Weißbrot eine Zeitlang kauen. Bereits nach ein paar Sekunden stellt sich ein leicht süßlicher Geschmack des Brotes ein: das Resultat der einsetzenden Verdauung.

In fast allen Nahrungsmitteln sind Kohlenhydrate enthalten. Gleichsam gilt der Zucker als Ursache für die Karies, wenngleich seine Konzentration in Brot, Nudeln und Obst längst nicht an jene heranreicht, die Sie sich einverleiben, wenn Sie ihn pur, in Form von Süßigkeiten genießen. Dennoch genügt auch eine kleine Menge, um die Mikroorganismen der Mundflora auf den Plan zu rufen. Jetzt werden sie aktiv, denn der Zucker, den sie aus den Kohlenhydraten erzeugen, dient gleichzeitig ihrer eigenen Ernährung. Mehr noch: Er trägt geradezu dramatisch dazu bei, dass sie sich rasant vermehren können. Nun ist die Mundflora aus dem Gleichgewicht geraten. In der Folge greifen die Bakterien die Zähne an und führen zur gefürchteten Karies.

Auf den Genuss von Pralinen, Torten und anderem Zuckerwerk zu verzichten, stellt manch eine von uns auf eine harte Probe, die kaum eine dauerhaft übersteht. Folglich müssen wir einen anderen Weg gehen. Morgens und abends die Zähne zu putzen, ist oftmals nicht ausreichend, denn die Bakterien nehmen auf diesen Rhythmus keine Rücksicht und sind auch in der Zwischenzeit aktiv. Was ist also zu tun? Unser Experte Dr. Thomas Verbeck hat für Belle Experts all das, worauf es ankommt, zusammengefasst.

Bei Jugendlichen ist die Hauptursache für Zahnprobleme die Karies. Was viele nicht wissen: Zahn-Karies wird durch Bakterien ausgelöst, es handelt sich um eine chronische, zunächst unbemerkte Infektionskrankheit. Erst in Kombination mit Zahnbelägen, die sich auf der Zahnoberfläche und im Zahnstein befinden, können diese Zucker und Speisereste in Säure umwandeln, die dann den Zahnschmelz angreifen und zerstören. In der Mundhöhle sind zirka 300 verschiedene Bakterienarten anzutreffenden, die zur Mundflora gehören, jedoch nur drei davon verursachen Karies, so der Streptococcus mutans, Laktobazillen und die Candidapilze. Zahn-Karies entsteht durch die Bakterien der Zahnbeläge (bakterielle Plaque) auf den Zahnhöckern und den Zahnoberflächen. Kohlenhydrate sind neben Eiweiß und Fetten eines der Grundnahrungsmittel für Kariesbakterien, denn ohne Kohlenhydrate gäbe es keine Zahn-Karies. Im Mundraum des Menschen gilt Streptococcus mutans als Haupt-Karies-Bakterium. Besonders schädlich sind gesüßte Getränke wie Tees und Limonaden.

Kariesbakterien sind von Mensch zu Mensch übertragbar. Einige Mütter nehmen den Löffel, während sie das Baby füttern oder wenn der Schnuller hinunterfällt in den Mund, damit dieser auf einfache Art wieder rasch sauber wird. Doch damit können Kariesbakterien über den Speichel und damit Karies in den Mund des Kindes auf die Kinderzähne gelangen. Kariesanfällige Menschen sollten den Löffel des Babys niemals in den Mund nehmen!

Wenn die Milchzähne aufgrund von Karies durch die Kariesbakterien zu früh ausfallen, können Fehlstellungen der bleibenden Zähne, Wachstumsstörungen des Kiefers aber auch Störungen der Sprachentwicklung die Folge sein. Für Kinder unter sechs Jahren genügt der Kontrollbesuch beim Zahnarzt im Normalfall einmal im Jahr ab dem 3.oder 4. Lebensjahr oder aber dann, wenn den Eltern etwas auffällig erscheint. Bei diesen Besuchen soll auch spielerisch eine Eingewöhnung an die Zahnkontrolle durch den Zahnarzt erfolgen.

Für Kinder ab dem 6. Lebensjahr – mit dem Durchbruch der neuen bleibenden Zähne – ist es sehr wichtig, regelmäßig mindestens zweimal im Jahr die Zähne kontrollieren zu lassen und die Individualprophylaxe durchzuführen. Hierzu zählt die vorsichtige Reinigung der Zähne, das Üben der korrekten Putztechnik, das Aushärten des noch weichen Zahnschmelzes durch spezielle Fluoridpasten und die Versiegelung kleiner Zahnfissuren im Höckerbereich der neuen Backenzähne, damit sich die Bakterien und Beläge dort nicht einnisten können.

Erwachsene Menschen sind von der Karies weit weniger betroffen. Einerseits hat sich die Mundhygiene verbessert, der Zahnschmelz ist intensiver ausgehärtet, aber auch die Essgewohnheiten haben sich positiv verändert. Doch neben der Karies treiben noch weitere Kämpfer in unserem Mund ihr Unwesen: Bakterien, die eine Parodontitis verursachen können.

Die Parodontitis (im Volksmund auch Parodontose oder Paradontose genannt), ist eine Erkrankung des Zahnhalteapparates. Genauer gesagt ist sie eine chronische, für den Patienten zumeist unbemerkt verlaufende Entzündung des Zahnfleisches, verbunden mit dem langsamen Abbau des Kieferknochens, der den betroffenen Zahn umgibt. Parodontitis betrifft den gesamten Zahnhalteapparat (Parodont): Zahnfleisch, Zahnhals, Kieferknochen, Wurzelzement und Wurzelhaut (Desmodont). Wird die Erkrankung nicht behandelt, kann es zur Lockerung der Zähne und schließlich zum Zahnverlust kommen. Parodontitis ist die häufigste Ursache für Zahnverlust im Erwachsenenalter. Da nahezu jeder Erwachsene davon betroffen ist, spricht man auch von einer Volkskrankheit. Parodontitis wird durch eine Infektion mit Bakterien verursacht, die sich auf den Zähnen ablagern und vermehren, insbesondere im Bereich des Zahnfleischsaumes. Die Bakterien unterscheiden sich völlig von denen der Karies. Man kann diese mittels Keimtests bestimmen, um so den Schweregrad der Erkrankung einzuschätzen und mit einem gezielt eingesetzten Antibiotikum in der Therapiephase den Heilungsverlauf zu unterstützen. Die Bakterien produzieren schädliche Stoffwechselprodukte, die die Entzündung des Zahnfleisches zur Folge haben. In diesem Stadium spricht man in der Zahnmedizin von Gingivitis. Es kommt zur Schwellung und Rötung des Zahnfleisches – oder es zieht sich zurück – und zwischen Zahn und Zahnfleisch entstehen Zahnfleischtaschen, in denen sich bakterielle Plaque ungestört bilden kann, da die tiefen Taschen mit der Zahnbürste nicht erreichbar sind. Wenn diese Ablagerungen nicht entfernt werden, verhärten sie. Zahnstein entsteht. Hält die Gingivitis lange an, greift sie auf Kieferknochen, Wurzelhaut und Wurzelzement über – eine Parodontitis entsteht. Die Wurzelhaut wird zerstört, der Knochen wird abgebaut, der Zahn lockert sich und kann ausfallen.
Grundsätzlich muss eine Infektion mit Bakterien erfolgen. Oft sind mangelnde oder falsche Zahnpflege und Mundhygiene dafür verantwortlich. Zudem gibt es Risikofaktoren, die nicht unmittelbar mit dem Zahnhalteapparat in Verbindung stehen. Dazu zählen allgemeine Stoffwechselstörungen und Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus, Störungen des Immunsystems (AIDS), Stress, unausgewogene Ernährung sowie erbliche Veranlagung. Und das Rauchen ist der größte, selbst zu verantwortende, Risikofaktor.
Kindern leiden äußerst selten unter Parodontitis. Diagnostiziert wird sie meist bei Patienten in der Altersgruppe 40 bis 50 Jahre. Die Symptome sind unauffällig und zunächst weitgehend schmerzfrei – sie bieten den Betroffenen also häufig keinen Anlass, einen Zahnarzt aufzusuchen. Infolgedessen wird die Krankheit oft erst spät erkannt.

Wann sollte man zum Zahnarzt gehen?
Bereits im Anfangsstadium! Denn eine Früherkennung bietet die besten Heilungschancen. Die Parodontitis schreitet fast immer langsam voran, zu starken Schädigungen der Zähne kommt es erst nach längerer Erkrankung. Solche Schäden können durch eine frühe bzw. korrekte Diagnose und entsprechende Behandlung vermieden werden.
Erste Warnsignale der Parodontitis:
• Zahnfleischbluten – bei der täglichen Zahnpflege oder spontan
• Rötung und Schwellung des Zahnfleisches
Kommt es schon bei leichtem Druck zu Zahnfleischbluten, kann das ein Zeichen für eine beginnende Parodontitis sein – suchen Sie in diesem Fall einen Zahnarzt auf.
Das erste Symptom einer Parodontitis ist fast immer eine Entzündung des Zahnfleisches – es ist gerötet und angeschwollen und es kommt bereits bei leichtem Druck zu Zahnfleischbluten. Das Zahnfleisch zieht sich zurück, die Zähne erscheinen dadurch länger und die Zahnhälse regieren auf heiße und kalte Reize sehr schmerzempfindlich. Es kommt zur Bildung von Zahnfleischtaschen, in denen sich weitere Bakterien und Konkremente absetzen und ausbreiten können. Auch der Mundgeruch verändert sich meist, er wirkt leicht süßlich. Dies kann ein Zeichen für eine bakterielle Infektion sein. Zudem verändert sich das Zahnfleisch, es wird rot, ist weniger ebenmäßig als in gesundem Zustand und wirkt locker und schwammig. Auch Abszesse im Zahnfleisch können auftreten. Schreitet die Parodontitis weiter fort, lockern sich die Zähne, es kommt zu Eiterung und Zahnverlust.
Wichtig zu wissen: Eine Parodontitis kann einen negativen Einfluss auf die Allgemeingesundheit haben. Über einen längeren Zeitraum können Bakterien in die Blutbahn gelangen und weitere Entzündungen im Körper auslösen. Wissenschaftliche Studien belegen, dass Parodontitis-Patienten ein deutlich erhöhtes Herzinfarkt- und Schlaganfall-Risiko aufweisen und dass eine Parodontitis negative Auswirkungen auf den Verlauf von Schwangerschaften, Diabetes und Atemwegserkrankungen haben kann.

Kann man die durch Parodontitis verlorengegangene Zähne ersetzen?
Ja, auch bei Zahnverlust durch Parodontitis ist ein Zahnersatz möglich, in Form von Prothesen, Implantaten oder Brücken. Durch eine entsprechende Vorsorge und Behandlung der Erkrankung im Anfangsstadium lässt sich ein durch Parodontitis verursachter Zahnverlust jedoch meist verhindern.

Wie wird eine Parodontitis diagnostiziert und ist die Untersuchung schmerzhaft?
Der Zahnarzt beurteilt den Zustand des Zahnfleisches und die Blutungsneigung. Die Tiefe der Zahnfleischtaschen wird schmerzfrei mit einer speziellen Sonde gemessen – sie wird vom Zahnfleischrand am Zahn entlang geführt, bis sie auf Widerstand stößt. Je nach Schweregrad der Erkrankung ist diese Diagnosemethode ausreichend für die Planung der optimalen Parodontitis-Therapie.
Wir nennen diese Untersuchung Parodontitis Risiko-Check. Er kann unkompliziert in einem kleinen Untersuchungstermin in unserer Praxis auf Grundlage der Versichertenkarte durchgeführt werden. Durch einen Abstrich, der im Labor untersucht wird, können als weitergehende Maßnahme Art und Anzahl der Keime festgestellt werden, die den Mundraum besiedeln. Diese Methode wird meist bei hartnäckigen oder schnell fortschreitenden Erkrankungen angewendet. Durch einen mechanischen Test wird zudem die Zahnfestigkeit bestimmt. Mögliche Kieferknochenentzündungen und Knochendefekte, wie Knochenschwund sowie freiliegende Zahnhälse lassen sich außerdem mit Hilfe von Röntgenaufnahmen beurteilen. Zudem können mit Röntgenbildern auch Ablagerungen unter dem Zahnfleisch sowie überstehende Kronenränder erkannt werden. Die Röntgendiagnose unterstützt die Therapieplanung und zeigt auf, ob ein Zahn entfernt werden muss.
Zur Einordnung des Krankheitsfortschritts dient der Parodontale Screening Index (PSI): Die Erkrankung wird in 4 Phasen eingestuft. 0 bedeutet „gesund“, 4 steht für eine schwere Form der Parodontitis.

Wie kann man der Entstehung von Parodontitis vorbeugen?
Die gute Botschaft: Sie können selbst viel dafür tun, dass eine Parodontitis erst gar nicht entstehen bzw. nicht voranschreiten kann. Denn den besten Schutz bietet eine konsequente und sorgfältige Mundhygiene. Dazu zählt die häusliche Reinigung, die Sie korrekt ausführen sollten – mit der Zahnbürste und in den Zahnzwischenräumen mit Zahnseide und Zahnzwischenraumbürste. Gegebenenfalls können Sie die Reinigung mit einer desinfizierenden Mundspülung unterstützen. Zusätzlich sollten Zahnstein sowie Plaque im Rahmen einer professionellen Zahnreinigung, bei uns Intensivreinigung genannt, mindestens halbjährlich durch eine Prophylaxeassistentin entfernt werden. Bei dieser Behandlung bekommen Sie auch Tipps und lernen Kniffe, wie Sie Ihre häusliche Pflege noch verbessern können. Zudem können Sie mit einer vitaminreichen und ausgewogenen Ernährung Ihre Abwehrkräfte stärken und zur Gesunderhaltung Ihres Zahnbettes beitragen. Und sehr hilfreich ist es, wenn Raucher sich das Rauchen abgewöhnen.

Wie läuft die Behandlung einer Parodontitis ab?
Die Parodontitis-Therapie zielt im Wesentlichen auf die Beseitigung der Entzündung im zahntragenden Gewebe ab, um eine fortschreitende Gewebezerstörung, Zahnfleischschwund und Knochenabbau zu verhindern. Im ersten Schritt erfolgen in der Vorbehandlungsphase die detaillierte Entfernung des oberflächlichen Zahnsteins und der Beläge sowie die Anleitung zur richtigen Mundhygiene. Die nachfolgende Kerntherapie kann erst beim Fehlen von Zahnstein und Belägen sowie von blutungsfreien Zahnfleisch eingeleitet werde.
In der Kerntherapie werden durch eine Tiefenreinigung der Zahnfleischtaschen die Bakterien entfernt. Diese Tiefenreinigung wird unter örtlicher Betäubung durchgeführt und umfasst die Reinigung, Glättung und das Polieren der Wurzel. An der nun glatten Oberfläche kann ein Belag schlechter anhaften. Liegt eine Besiedelung mit besonders aggressiven Bakterien vor, können Antibiotika gezielt eingesetzt werden, um sie zu eliminieren.
Der zweite Schritt umfasst die Korrektur der bereits entstandenen Defekte und Schäden. Hierzu kann ein operativer Eingriff oft sinnvoll sein. Mit unterschiedlichen Methoden kann das Gewebe zum Nachwachsen angeregt werden – Zahnhaltefasern, die Zahnbett und Zahnwurzel verbinden sowie Knochen können sich neu bilden. So lässt sich wieder ein stabiler Zustand erreichen – und einen Zahnverlust zu vermeiden.
Der dritte Schritt zielt in der Erhaltungsphase darauf ab, die Behandlungserfolge zu stabilisieren und eine Neuinfektion zu verhindern. Hier ist die aktive Mitarbeit des Patienten gefordert. Von größter Bedeutung ist dabei eine regelmäßige Nachsorge und Kontrolle beim Zahnarzt – im Regelfall erfordert die Erkrankung eine lebenslange intensive Betreuung. Dann aber können viele Zähne bis ins hohe Alter erhalten werden.

Wenden Sie sich doch für den angesprochenen Parodontitis Risiko-Check an uns, wir können Ihnen dann unverbindlich den genauen Zustand Ihres Zahnfleisches und Ihres Parodontitisrisikos geben.
www.drverbeck.de

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