Beauty Trends

Denim – der Powerstoff

Ein Gewebe, das es in sich hat

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In den 1960er-Jahren – der Wiederaufbau in Deutschland war in vollem Gange – schwappte ein Modetrend, oder sagen wir besser eine äußerst willkommene Novität über den großen Teich zu uns, ins Land der Geplagten: die Nietenhose. Ob dieser Name ihre offizielle Bezeichnung war, daran kann ich mich nicht mehr erinnern, jedenfalls wurde sie allerorten so genannt. Und zwar deshalb, weil sie dort, wo das Kleidungsstück besonderer Belastung ausgesetzt war, durch kleine Nieten zusammengehalten wurde. Vornehmlich galt dieser Zusammenhalt den aufgesetzten Taschen (was noch heute gilt). Die Nietenhose war der Vorgänger der Jeans, wie wir sie alle kennen. Damals aber wurde die neue Hose – der bald auch Jacken folgen sollten – wie ein Geschenk des Himmels empfangen, tobten doch die kleinen Jungs bis dahin sommers in kurzen Lederhosen umher, die in der Anschaffung recht kostspielig waren. Und wenn es richtig kalt wurde, dann verhalf nur eine Stoffhose nebst langer Unterhose zu etwas Wärme. Die wiederum waren mit dem Makel behaftet, kaum einem Sturz standzuhalten, was dazu führte, dass die Kniepartien schon nach einer Woche intensiven Tragens Risse und Löcher aufwiesen. Zwei Flicken mussten her. Meist waren sie bunt, manchmal auch aus Leder. Manch ein älterer Herr trägt diese Relikte noch heute: zum Schutz der Ellenbogen seines Cordjackets.

Auf einmal war alles anders. Die Nietenhose trat ihren Siegeszug an. Die Hosenbeine verliefen röhrenförmig zu den Füßen hin (ganz ohne Schlag). Die Farbe war indigo-blau, andere gab es nicht. Wer es sich leisten konnte, kaufte gleich zwei, eine zum Tragen und die andere als Ersatz, wenn die Wäsche anstand. Zehn Jahre später wurde die Nietenhose unter anderem Namen salonfähig: Die Jeans war geboren. Heute kann sich kaum jemand noch vorstellen – zumindest niemand, der den jüngeren Generationen angehört – welch eine Revolution der ‚neue‘ Stoff entfacht hatte. Plötzlich war neben den Hosen, Röcken und Jacken so ziemlich alles jeansartig, was sich auch immer dazu eignete: Taschen, Handschuhe, Kissen, Stofftiere, – ja sogar die Polster des Käfers von Volkswagen wurden mit Jeansstoff umspannt.

Heute ist alles anders. Doch genauer betrachtet hat sich nicht viel verändert, denn all das, was im Hier und Jetzt unter dem Namen ‚Denim‘ über die Ladentheken der Modeboutiquen gereicht wird, ist nichts anderes als das, was es bereits vor fünfzig Jahren gab. Sei es drum: Der Trend ist ungebrochen.
Denim-Stoffe sind besonders dicht gewoben, was sie äußerst strapazierfähig macht. Nach wie vor bestehen sie aus eine Kombination aus Baumwolle und Hanf. Meist blau eingefärbt werden sie jedoch nur oberflächlich, was dazu führt, dass – nach einigen Wäschen – der eigentliche Farbton des Stoffes (ein braun-grau) wieder zum Vorschein kommt. So wirkt der Stoff dann an den Knien und Ellenbogen verwaschen, was an die besagte Nachkriegszeit erinnert und bisweilen recht cool wirkt.

Denim ist ein wahrer Powerstoff. Wie kaum ein anderer ist er robust und stellt sich fast jeder Herausforderung. Dass er aber auch richtig stylisch daherkommen kann, das zeigen wir Ihnen in unserer nachfolgenden Galerie. Lassen Sie sich inspirieren!

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© GAS

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