Beauty Tipps

Perfekt gepflegte Fingernägel I

Im Fokus: Anatomie und Schutz

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Die einen feilen sie, die anderen bringen sie mit der Nagelschere oder dem Knipser in die gewünschte Form. Manch eine lässt sie länger wachsen – wieder andere kappen sie gleich vor dem Nagelbett. Die allermeisten Frauen verlassen sich bei der Nagelpflege auf ihr Gefühl, ohne so recht zu wissen, was sie da anstellen. Und so steht es im Bereich des Möglichen, dass einige von ihnen intuitiv goldrichtig handeln – andere hingegen so ziemlich alles falsch machen. Belle-Experts hat die Fingernägel für Sie unter die Lupe genommen.

Die obere Schicht des Fingernagels wird als Nagelplatte (1) bezeichnet. Sie besteht aus mehreren Hornschichten, die sich aus abgestorbenen Zellen zusammensetzen. Das Protein Keratin verleiht dem Fingernagel seine Härte. Unter der Nagelplatte befindet sich das Nagelbett (2), das mit der darunterliegenden Knochenhaut verwachsen ist. Die seitlichen Hautfalten nennt man Nagelwall (3). Er stabilisiert den Fingernagel. Der helle ‚Halbmond‘, die sogenannte Lunula (4), bildet den Beginn der Nagelwurzel, die für das Wachstum des Nagels verantwortlich ist. Etwas mehr als einen Millimeter kann ein Nagel pro Woche wachsen. Überspannt wird die Lunula vom Nagelhäutchen (5). Es schützt die Wurzel vor dem Eindringen von Keimen und Bakterien.

Die Fingernägel bewahren unsere Fingerkuppen davor, beschädigt zu werden, zumindest deren Oberseiten. Weitaus wesentlicher aber wiegt die Tatsache, dass deren starr fixierte Position einen Gegendruck beim (Er)-Tasten mit den Fingerkuppen erwirkt, was dazu führt, dass wir beim Fühlen selbst feinste Unterschiede erkennen können. Ein kleines Experiment soll dies verdeutlichen: Nehmen Sie ein Buch zur Hand und schlagen Sie es auf. Ertasten Sie nun die Stärke (die Dicke) einer einzelnen Seite zwischen Zeigefinger und Daumen. Nachdem Sie ein Gefühl dafür erlangt haben, wie dick eine einzelne Seite ist – fühlen Sie ruhig etwas länger und kreisen Sie mit den Fingerkuppen umher –, versuchen Sie es jetzt mit ein paar mehr Seiten und raten Sie, wie viele es denn sind. Bis auf ein paar ‚Ausreißer‘ werden Sie fast immer richtig liegen. Ihre Fingerkuppen sind also in der Lage, die Anzahl hauchdünner Papierseiten hinsichtlich deren Stärke nahezu exakt zu bestimmen. Versuchen Sie das einmal mit Ihren Handballen.

Verdeutlichen mag dieses Beispiel, wie immens wichtig unsere Fingernägel für den Tastsinn unserer Hände sind. Und darüber hinaus: wie ebenso wichtig es ist, die Fingernägel derart zu pflegen, dass sie nicht nur optischen Ansprüchen gerecht werden, sondern auch vor etwaigen Erkrankungen nachhaltig geschützt sind.

Beginnen wir mit dem Nagelhäutchen, einem ausgewiesenen Stiefkind des Fingernagels. Kaum jemand schenkt ihm Beachtung – manch eine Frau rückt und schiebt es sogar ein wenig zurecht, wenn sein schützendes Wachstum mal wieder über die Stränge schlägt. Finger weg! Lautet die Maxime, die Sie tunlichst befolgen sollten. Rühren Sie das Nagelhäutchen nicht einmal an! Viel zu hoch sind die Risiken, die damit einhergehen. Mindestens ebenso hoch wie jene, die ein unkontrolliert aufgetragener Nagellack, der das Nagelhäutchen berührt, verursachen kann.

Nagellack kann das Nagelhäutchen schädigen

Das sollten Sie bedenken, bevor Sie beim nächsten Mal mit dem getränkten Pinselchen über Ihre Nägel fahren. Wie ich es bereits in unserer Serie ‚Perfekt gepflegte Füße, Teil 9‘ geschildert habe, ist es unerlässlich, einen Abstand von mindestens ein bis zwei Millimeter zum Nagelhäutchen einzuhalten. Für den Nagelwall rechts und links der Nägel gilt derselbe Ratschlag.

Fingernägel sind tote Materie und deshalb bedürfen sie der Pflege von außen, damit sie geschmeidig bleiben und schön aussehen. Da aber unsere Hände nicht selten mit allerlei chemischen Substanzen, meist alkalischen Ursprungs, in Berührung geraten, zum Beispiel beim Händewaschen mit Seife oder beim Duschen und Baden, trocknen die Fingernägel immer wieder aus. Das Eincremen der Hände und somit auch der Nägel sorgt zwar für eine Portion Feuchtigkeit zwischendurch –, allzu lange verbleibt diese Feuchtigkeit jedoch nicht in unseren Nägeln, weil sie gleich mehrmals am Tag wieder ausgewaschen wird.

Fingernägel benötigen vor allem Fett

Das Fett ist es, das sie perfekt pflegt und geschmeidig hält. Überdies wirkt es extrem wasserabstoßend und übersteht so auch mehrmaliges Händewaschen. Es mag zwar etwas altbacken klingen, wenn ich Ihnen rate, Ihre Fingernägel abends mit Melkfett einzureiben –, sehr wirksam ist dieses Vorgehen aber in der Tat. Zum einen versiegelt dieses Fett – nachdem es in die Nägel eingezogen ist – die Nagelplatte nachhaltig –, zum anderen wirkt es überaus pflegend, was gleichsam auch dem Nagelhäutchen und dem Nagelwall zugutekommt.

Bienenwachs ist ein Zaubermittel

Deutlich intensiver als Fett erzeugt dieses Wachs einen seidig-schimmernden Glanz auf unseren Nägeln. Zudem geht es mit den Nägeln eine recht dauerhafte Verbindung ein, die selbst intensivem Händewaschen standhält.

So mache ich’s:

Das Bienenwachs vom Imker bewahre ich in einem kleinen Tiegel auf. Zweimal pro Woche trage ich es recht dünn auf meine Nägel und die umliegende Haut auf und lasse es gut eine Viertelstunde lang einwirken. Danach poliere ich meine Nägel mit einem klitzekleinen Soft-Tuch in kreisenden Bewegungen solange, bis sie glänzen wir Perlmutt.

Im zweiten Teil unserer Serie dreht sich alles ums Schneiden, Knipsen und Feilen der Fingernägel.

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