Fitness und Ernährung

Physiotherapie – was verbirgt sich dahinter?

Krankengymnastik im Wandel der Zeiten

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Für einen Normalbürger klingt der Begriff Physiotherapie nicht gerade aufschlussreich. Und obwohl viele von uns diese Berufsbezeichnung schon einmal irgendwo aufgeschnappt haben, wissen mehr als drei Viertel der von uns befragten Personen (25 – 65 Jahre) nicht so recht, was ein Physiotherapeut eigentlich so alles leistet.

Hervorgegangen ist dieser Beruf in den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts aus dem Krankengymnasten und dem Masseur, wenngleich beide Begriffe auch heute noch allgegenwärtig sind. Nur klingt der Name Physiotherapeut – obwohl kaum jemand etwas damit anfangen kann – deutlich moderner und zeitgemäßer. Das Kerngebiet beider Berufsgruppen ist erhalten geblieben: Physiotherapeuten bieten nach wie vor Krankengymnastik an und Masseure massieren immer noch. Das Leistungsspektrum hat sich hingegen umfassend erweitert.

In unserer heutigen Zeit ist alles ein wenig anders als früher. Damals ging jemand, wenn er krank war, zum Arzt und ließ sich kurieren. Gelang es dem Mediziner nicht, Abhilfe zu schaffen, dann galt es, mit dem Leiden zu leben. Bereits in den 1970er-Jahren hielt die sogenannte Alternativmedizin Einzug in unser Gesundheitswesen. Von der herrschenden Schulmedizin argwöhnisch beäugt, formierten sich Gruppierungen, die den konventionellen Behandlungsmethoden kritisch gegenüberstanden und fortan ihre eigenen Wege gingen. Das Credo lautete: „Wenn der Arzt nicht mehr helfen kann, dann versuchen WIR es.“ Durchaus mit Erfolg. Forschung und Pharmakonzerne zeigten ihr eigenes Interesse an der Parallelentwicklung und so bildete sich peu à peu ein neues Segment, das heute nicht mehr wegzudenken ist. Profitiert davon haben neben einigen weniger bekannten neuen Heilberufen vor allem die Physiotherapeuten, die ihr Leistungsspektrum um eben diese Novitäten erweitert haben.

Haben Sie schon einmal etwas von der Chiropraktik (für die Wirbelsäule), der Enderlein-Sanun-Therapie (fürs Immunsystem), der Neural-Therapie (gegen Schmerzen) oder der Aroma-Therapie gehört? Diese vier alternativen Behandlungsmethoden gehören mittlerweile bei vielen Physiotherapeuten zum Standardrepertoire und viele Patienten schwören darauf.

Einen weiteren Schwerpunkt bilden die Rückenschule (zur präventiven Stärkung), die Wärmetherapie (zur Verbesserung der Durchblutung), aber auch Fango- und Moorpackungen. Überdies kommt auch die Sport-Physiotherapie nicht zu kurz. Gerade bei Verletzungen oder Überbelastungen im Leistungssport ist sie neben der Ersten Hilfe auch eine Hilfe im Rahmen der Prävention.

Das Bild hat sich gewandelt. Was einst nur den Kranken und Gebrechlichen (notgedrungen) vorbehalten war, hat längst die Grenzen überschritten. Doch eben dieser Schritt ebnet tagtäglich zahllosen Menschen, die an Zivilisationskrankheiten leiden, einen Weg, der ihnen bislang versperrt war.

2 Kommentare

  1. Dennis Becker

    7. Mai 2022 um 18:53

    Mein Onkel ist derzeit auf der Suche nach einer Physiotherapie. Dabei ist es gut zu wissen, dass es sich dabei um Krankengymnastik handelt. Ich hoffe, dass er einen passenden Anbieter finden wird.

  2. Florain

    12. Juli 2022 um 10:25

    Es stimmt, dass sich heute so vieles verändert. Früher gingen die Menschen, die sich krank fühlten, zu Ärzten. Ein Freund macht in Belgien ein Studium zum Physiktherapeuten und erzählt, dass heutzutage viele Menschen direkt zum Physiotherapeuten kommen.

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