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Das Auge cremt mit

Farbstoffe in Kosmetika

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Die Feuchtigkeits-Creme, mit der wir morgens unsere Haut verwöhnen, ist meist weiß, allenfalls ein wenig getönt, fast immer aber sehr hell in ihrer Farbe. Wird uns ein Frische-Kick offenbart, driftet ihr Farbton ins Bläuliche, mitunter auch ins Grünliche ab. Hinter dieser Farbgebung verbirgt sich ein Kalkül, denn bereits vor langer Zeit haben Psychologen herausgefunden, dass die Farben der Cremes und Lotions, die wir tagtäglich verwenden, einen hohen Einfluss auf die Glaubwürdigkeit dessen einnehmen, was die Werbung uns verspricht.
Duschgels treiben es bunter: bis auf dunkelbraun und schwarz geht’s einmal quer durchs Spektrum der Farbwelten. Und wieder kommt das Übersinnliche ins Spiel: Sattere Nuancen suggerieren die pflegenden Komponenten und erheben das Duschen zu einem ganz besonderen Erlebnis. Wieder sind blau und grün die frischen Vorreiter. Rot in allen Facetten und ein Gelb, das durchaus auch golden sein kann, erinnern an edlen Honig. Etwas heller fällt die Farbkomposition aus, wenn noch die Milch hinzukommt. Dann, ja dann folgen wir in Gedanken dem Badevergnügen einer Kleopatra und fühlen uns wie eine wahre Königin.

Die Substanzen, die ein kosmetisches Produkt enthält, ergeben in ihrer Mischung oftmals kein ansehnliches Farbbild. Da aber ein solches zwingend erforderlich ist, damit wir eine Creme, ein Gel oder eine Seife überhaupt nur anfassen, bedienen sich die Hersteller eines Tricks: sie setzen ihren Produkten Farbstoffe hinzu. Zum einen, um dem mitunter grauslichen Erscheinungsbild ihrer Präparate einen schönen Schein zu verleihen –, zum anderen aber auch, um die Versprechen ausgeklügelter Marketing-Strategien zu unterstützen. Grundsätzlich spricht nichts dagegen, denn nur die wenigsten von uns möchten sich ihr Gesicht – wie zu Urzeiten – mit einer grau-bräunlichen Tinktur einreiben, die aussieht, als sei sie verdorben. So weit – so gut.

Zugesetzt werden zumeist synthetische, also künstliche Farbstoffe. Vor allem deshalb, weil sie weitaus günstiger sind als deren natürliche Pendants. Wer glaubt, eine weiße Creme enthalte keine Farbstoffe, nur weil sie eben weiß ist und nicht bunt, wie unser Verständnis von Farbstoffen es vorgibt, der irrt. Ein Farbstoff kann ohne weiteres auch weiß sein.

Die sogenannten Azo-Farbstoffe sind am meisten verbreitet. Sie bilden eine Gruppe von zirka viertausend zugelassenen Farbstoffen, die in unzähligen Produkten enthalten sind. Ob sie nun tatsächlich schädlich für uns sind oder sogar krebserregend, wie einige Wissenschaftler behaupten, lässt sich nicht zweifelsfrei beweisen. Sollten wir nun darauf warten, dass die Mahner Recht behalten?

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, der erkennt die künstlichen Farbstoffe an ihren C.I.-Nummern, die auf der Rückseite des jeweiligen Produktes unter dem Schlagwort ‚Inhaltstoffe‘ aufgelistet sind. Hinter dem Kürzel C.I. steht eine fünfstellige Nummer, die die Art des Farbstoffes bezeichnet. C.I. 73000 steht – als Beispiel – für den Farbstoff Indigo.

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