Gesundheit

Zahnbehandlungen

Die Möglichkeiten im Überblick

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Noch in den 1980er-Jahren war die Karies eine der verbreitetsten Volkskrankheiten in Deutschland. Verursacht durch Bakterien, die sich auf den Zähnen ablagern, schädigt sie den Zahnschmelz und frisst sich – wenn ihr nicht Einhalt geboten wird – immer tiefer in den Zahn hinein. Ohne eine Behandlung beim Zahnarzt ist diese (ansteckende) Erkrankung nicht aufzuhalten. Dies geschieht mittels eines kleinen Bohrers, der die befallenen Stellen aus dem Zahn entfernt. Im Anschluss wird das entstandene Loch wieder gefüllt. Wird die Karies nicht behandelt, so zerstört sie (im letzten Stadium) den gesamten Zahn, welcher schließlich ausfällt. Ein solcher Prozess kann viele Jahre andauern und ist fast immer mit Schmerzen verbunden. Darüber hinaus geht ein kariöser Befall der Zahnwurzel einher mit Entzündungen, welche nicht nur den Organismus an sich schädigen, sondern auch zu Wechselwirkungen mit anderen Organen führen können. Kopf- oder Rückenschmerzen sind nur zwei Beispiele.

Um das entstandene Loch – mitunter ist es auch ein kleiner Krater – nach dem Aufbohren wieder zu verschließen verwendete der Zahnarzt noch bis vor zwanzig Jahren fast ausschließlich Amalgam, einen chemischen Stoff, der sich durch eine hohe Belastbarkeit auszeichnet, denn beim Kauen mit den Backenzähnen entsteht bisweilen eine Druckkraft von bis zu achtzig Kilogramm, die auch bei ruckartigem Kauen abgefedert werden muss, ohne dass die Füllung Schaden nimmt. Aufgrund der Tatsache, dass das Amalgam Spuren von Quecksilber enthält, die sich schädigend auf den Organismus auswirken können, bietet sich heutzutage die Möglichkeit, den Zahn alternativ mit einem Spezialkunststoff zu füllen. Diese Füllungen leisten ebenso gute Dienste wie das Amalgam, – nur sind sie nachweislich nicht gesundheitsschädlich. Einzig die Kosten stellen noch ein Problem dar, denn die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen sie prinzipiell nicht. Ein weiterer Nachteil des Amalgams ist dessen hässliche Farbe. Es ist silbern, die heute oft verwendeten Kunststoffe sind hingegen zahnfarben. Ein Unterschied wie Tag und Nacht!

Wenn der kariöse Befall des Zahnes so weit fortgeschritten ist, dass auch die Seiten des Zahnes geschädigt sind, ist eine einfache Füllung nur noch schwerlich möglich, weil der Druck beim Kauen so stark ist, dass die Füllung wegbrechen kann. Für einen solchen Fall finden sogenannte Inlays Verwendung. Nachdem ein Abdruck des ausgebohrten Kraters im Zahn erfolgt ist, wird eine Art Gegenstück (aus Kunststoff oder Keramik) hergestellt, das exakt in den Krater hineinpasst. Dieses Gegenstück wird dann (wie ein Puzzleteil) in den Zahn geklebt, so dass dieser wieder verschlossen ist. Inlays sind hervorragend geeignet, Löcher, die durch Karies, aber auch durch mechanische Einwirkungen auf den Zahn entstanden sind, wieder ‚fast‘ in den Originalzustand zu versetzen.

Ist ein Zahn durch Karies so weit geschädigt, dass er gezogen werden muss, entsteht naturgemäß eine Lücke. Im Bereich der Frontzähne kommt so etwas in unserem Kulturkreis jedoch kaum noch vor. Betroffen sind eher die Backenzähne. Wird eine dort entstandene Lücke (mit Ausnahme der Weisheitszähne) nicht geschlossen, so wachsen die verbliebenen Zähne (über Jahre) etwas zusammen, um die Zahnreihe wieder in Reih und Glied zu bringen. Da die Strecke jedoch vormals durch einen Zahn mehr bestückt war, verbleibt dort, wo sich der gezogene Zahn befand, eine kleine Lücke. Sowohl aus ästhetischer als auch aus pragmatischer Sicht mag dies nicht als störend empfunden werden –, Fakt ist jedoch, dass sich in dieser Lücke allzu gerne langfaserige Speisereste ablagern, die nur mühsam mit einem Zahnstocher entfernt werden können. Um einen solchen Missstand vorzubeugen, sollten Sie deshalb in jedem Falle die Lücke rechtzeitig schließen lassen. Lesen Sie mehr dazu im Folgenden.

Mechanische Einwirkungen auf die Zähne betreffen im Regelfall die Frontzähne, also jene, die sichtbar sind, vom Schneidezahn bis hin zu den Eckzähnen. Weil ein Zahn über die Wurzel im Kiefer fest verankert ist, bricht ein Zahn oberhalb der Wurzel ab, wenn er einen Schlag erfährt. Die Wurzel verbleibt also im Kiefer. Unfälle in der Freizeit, beim Sport, aber auch Schlägereien können die Ursache sein. Soll nun ein solcher Zahn ersetzt werden, bedarf es keiner aufwendigen Operation. In die Wurzel wird ein Stift eingesetzt, der ein Stück weit aus dem Kiefer hinausragt. Auf diesen Stift wird dann ein gleichförmiger und –farbiger Kunstzahn gesteckt und festverklebt. Das einzige Problem ist die Übergangszone, denn dort gerät der künstliche, neue Zahn in Kontakt mit dem Zahnfleisch, das ihn (wie zuvor) umschließen muss. Wird der neue Zahn schnell ersetzt, formt sich das Zahnfleisch an. Geschieht dies jedoch erst nach einiger Zeit, ist das Prozedere aufwendiger.

Ein gesunder Zahn lebt. Über Nervenbahnen, die durch die Wurzel verlaufen und bis an die Ränder des Zahnes führen, wird er mit Nährstoffen versorgt. Ein gesunder Zahn fühlt. Er kann heiß und kalt unterscheiden, wenngleich diese Einflüsse keinen Schmerz bereiten. Erst dann, wenn etwas im Argen liegt, meldet er sich zu Wort. Besonders beim kariösen Befall kann ein Kontakt mit Kaltem und/oder Heißem, aber auch mit Süßspeisen einen Schmerz auslösen. Manchmal ist auch nur eine Überempfindlichkeit er Zähne der Auslöser. Darüber hinaus kann sich die Wurzel entzünden. Die Ursache hierfür ist meist ein kariöser Befall des Zahnes, aber auch Schädigungen des Kiefers (auch durch Gewalteinwirkungen) können ein Grund dafür sein.

Ist die Zahnwurzel in Mitleidenschaft gezogen, kann sie durch aufwendige und schmerzhafte Operationen behandelt werden. Eine Lösung von Dauer sind solche Eingriffe jedoch meist nicht. Wird die Wurzel schließlich entfernt, bestehen für einen Lückenschluss zwei Möglichkeiten: Eine sogenannte Brücke oder ein Implantat. Der Begriff Brücke bezeichnet einen Steg aus mindestens drei Zähnen, wobei der mittlere die Lücke schließt. Um die Brücke an der entsprechenden Stelle zu verankern, ist es vonnöten, die jeweiligen rechts und links befindlichen Zähne so weit abzuschleifen, dass lediglich zwei schmale Stifte in der Mitte verbleiben. Auf diese beiden Stifte wird schließlich die Brücke gesteckt und verklebt. Die Farbe der Brücke wird genauestens bestimmt, Sie können dabei mitentscheiden. Da die Anfertigung dieser künstlichen Zähne ein paar Tage in Anspruch nimmt, wird die Lücke mit einem sogenannten Provisorium kaschiert, damit Sie zwischenzeitlich auch unter die Leute gehen können.

Eine Alternative zur Brücke ist ein Implantat. Ein Vorteil ist, dass die rechts und links der Lücke befindlichen Zähne unangetastet bleiben, ein weiterer ist die weitaus längere Lebensdauer, zumindest statistisch betrachtet. Doch ein Implantat kann (in seltenen Fällen) zu Komplikationen im Kiefer führen. Fakt ist jedoch, dass die Wahrscheinlichkeit, dass einer von zwei Zähnen einen Schaden nimmt (die beiden, die für das Einsetzen der Brücke abgeschliffen wurden) größer ist als bei einem einzigen (dem Implantat).

Um ein Implantat im Kiefer zu verankern, wird dieser an der Stelle, an der sich vormals die Zahnwurzel befand, etwas aufgebohrt. In das Bohrloch wird nach einiger Zeit das Implantat geschraubt und so im Kiefer verankert. Auf das Implantat wiederum wird schließlich der künstliche Zahn gesteckt und fest verklebt. Im Regelfall ist die Verträglichkeit des Implantats mit dem Kieferknochen komplikationslos gegeben, Abstoßreaktionen sind äußerst selten. Im Vergleich zum Aufbau einer Brücke ist aber die Zeitspanne – gemessen von der ersten Behandlung bis hin zum finalen Ergebnis – etwas länger. Dies liegt daran, dass die Wurzelstelle im Kiefer oftmals vor dem Einsetzen des Implantats entzündet war und erst einmal abheilen muss, was beim Einsetzen einer Brücke nicht der Fall ist, weil die entsprechende Stelle im Kiefer unberührt bleibt. Es gibt jedoch auch Zahnärzte, die das Implantat noch am selben Tag einsetzen.

Was können Sie tun, um Komplikationen von vornherein zu vermeiden?

Drei Faktoren sind es, die dazu führen können, dass Sie – auch bereits als Kind – häufig den Zahnarzt aufsuchen müssen.

1. Die genetische Vorgabe
Ihr Erbgut bestimmt maßgeblich den Zustand Ihrer Zähne im Verlaufe Ihres Lebens.
Daran können Sie beim besten Willen kaum etwas ändern.
2. Die Ernährung
Der Genuss von Süßigkeiten jedweder Art aber auch Fruchtsäfte und Obst
können die Zähne durch die Bildung von Karies schädigen.
3. Das Zähneputzen
Wer sich nach jeder Mahlzeit die Zähne putzt, verringert die Wahrscheinlichkeit
eines Kariesbefalls geradezu dramatisch.

Die goldenen Regeln der perfekten Zahnhygiene

1. Die richtige Technik und der richtige Zeitpunkt
Erfolgsrezept Rot-Weiß-Technik – Die Faustformel für die richtige Bewegung der Zahnbürste: von Rot (Zahnfleisch) nach Weiß (Zahn), nie horizontal schrubben. Putzen Sie nach den Mahlzeiten und auf jeden Fall vor dem Schlafen gehen. Dagegen sollten die Zähne nicht direkt nach dem Genuss von sauren Speisen oder Getränken (Wein, Fruchtsäfte, Zitrusfrüchte, Jogurt, Salat mit saurem Dressing) geputzt werden, weil es sonst zu einer Abnutzung der oberflächlichsten Zahnsubstanzschichten kommen kann.

2. Kleine Fläche große Wirkung – die Zwischenraum-Pflege
Selbst mit der richtigen Putztechnik und einer guten Zahnbürste werden manche Stellen nicht erreicht. Bakterien lagern sich ab, es kommt zu Karies, Zahnfleischentzündung und Mundgeruch. Deshalb ist eine regelmäßige Reinigung der Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder Interdentalbürsten neben dem Zähneputzen besonders wichtig, um Zahn- und Zahnfleischproblemen vorzubeugen.

3. Die richtige Bürstenaufbewahrung
Eine Zahnbürste ist leicht zu pflegen – ein paar einfache Regeln zahlen sich aus. Spülen Sie die Zahnbürste nach dem Zähneputzen unter fließendem warmen Wasser gründlich ab. Am besten wird die Zahnbürste aufrecht mit dem Kopf nach oben gestellt, z. B. in einem Zahnputzbecher. So kann der Bürstenkopf gut trocknen. Eine nasse Zahnbürste sollte möglichst nicht in einem verschlossenen Etui oder im Badezimmerschrank aufbewahrt werden – hier können sich sonst Keime bilden und vermehren.

4. Mindestens zweimal im Jahr zum Zahnarzt
Bei der Vorsorge-/Kontrolluntersuchung wird der Mundraum gründlich durchgecheckt. Im „Behandlungspaket“ des Zahnarztes sind enthalten:
Beratung, Früherkennung von Karies und Zahnfleischerkrankungen inklusive Behandlung.

5. Mundspüllösungen statt Mundwasser
Als Bestandteile sind hier vor allem Fluorid und Chlorhexidin wirksam. Als besonders effektiv gilt die Kombination aus Aminfluorid und Zinnfluorid.
Der Inhaltsstoff Chlorhexidin reduziert effektiv Plaque, sollte allerdings dauerhaft nur in einer niedrigen Dosierung (0,06%) eingesetzt werden.

6. Möglichst wenig bis gar nicht rauchen
Neben den schweren allgemeinen Gesundheitsschäden, die durch Rauchen verursacht werden können und der unschönen Verfärbung der Zähne, kommt es beim Rauchen auch zu einer speziellen Schädigung des Zahnhalteapparates. Die Rauchinhaltsstoffe erreichen im Mund bis zu 300fach höhere Konzentrationen als im Blut. Dies betrifft den Zahnhalteapparat der eigenen Zähne ebenso wie möglicher Implantat-Versorgungen. Das Resultat: Zahnausfall oder das Auswachsen von Implantaten.

7. Fissurenversiegelung
Die Kaufläche eines Seitenzahnes besteht aus sogenannten Höckern und den sich dazwischen befindenden Furchen auch Fissuren genannt. Dieses für die Kaufunktion sehr funktionell aufgebaute Relief bereitet bei der Mundhygiene allerdings oft Probleme. Leider können Fissuren auch bei optimaler Zahnputztechnik nicht vollständig gereinigt werden und bieten daher eine besonders anfällige Fläche für den Kariesbefall – man spricht auch von Fissurenkaries.
Mit einer Versiegelung dieser Rillen und Furchen in der Zahnoberfläche kann das Kariesrisiko um bis zu 70% reduziert werden.

8. Die Zungenreinigung komplettiert die Mundpflege
Putzen Sie einmal am Tag den Zungenrücken. Dies reduziert die Bakterien im Mundraum und sorgt für einen frischen Atem.

9. Die Fluorid-Prophylaxe
Mittlerweile gehört sie bei Säuglingen zum Standard, wenngleich sie nicht unumstritten ist. Die meisten Zahnärzte empfehlen die Gabe von Fluoridtablette täglich bis zum 2. Lebensjahr und darüber hinaus. Ab dem 3. Lebensjahr kann die Dosis verringert werden oder aber die Gabe auf jeden Tag beschränkt werden, um die Bildung weißer Flecken auf den Zähnen (bei zu hoher Dosierung) auszuschließen. Die Einnahme von Fluoridtabletten hat dazu geführt, dass sich der Kariesbefall bei Kindern überdurchschnittlich verringert hat.

Lesen Sie auch unseren Beitrag Schöne Zähne.

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